

Heinrich Maria Kurt Gläsche
geb. 03.01.1908, Nürtingen
Im April 1908 Umzug von Nürtingen nach Stuttgart, Im Lehen, unterhalb von Degerloch und der Weinsteige verbrachte er auf dem berühmten „Kompostbergle“ seine Kinderjahre.
Einschulung mit 7 Jahren in die Römerschule.
Von 1914 bis 1919, nach Einzug des Vaters in den Krieg, wohnhaft in Offenburg bei den Tanten, Marie und Elise Brehm.
Im März 1919 dann Heimkehr des Vaters. Es folgte die Rückkehr nach Stuttgart.
Frühes Talent zum Malen und Zeichnen erkennbar, welches von dem Vater kräftig unterstützt wurde. Ab 1919 Besuch der Rosenbergrealschule.
Berufsfrage: Zeichnen und Malen?





1921 zwei Jahre Lehre in der Töpferlehrlings-werkstätte der keramischen Abteilung an der
staatlichen Kunstgewerbeschule Stuttgart.
Danach ordentlicher Schüler der keramischen Abteilung bei Professor Hans von Heider.
Nach einigen Semestern, Wechsel in die Bild-hauerklasse von Professor Alfred Lörcher.
Ab 1927 Meisterschüler bei Professor Alfred Lörcher. 1928 als sein Stellvertreter einige Wochen in der Majolika Manufaktur in Karlsruhe. Während des Studiums gab es mehrere Bildhauerwettbewerbe, außerdem Weiterbildung in Grafik und Modezeichnen.
1929 mit Zeugnissen von den Professoren Bernhard Pankok, Alfred Lörcher und Hans
von Heider Aufnahme in die Académie Française Beauxarts in Paris.
Hier wurde noch nach Akantusblättern, Renaissenceornamenten und Barockputten gearbeitet. Daher dann der Wechsel in die bekannteste Schule der Bildhauerei, die
Freie Académie de la Grande Chaumière.
Dort anderthalb Jahre Bildhauerstudium bei Professor Robert Wlerick.








Die zwei Jahre Paris wurden durch Bildhauerei, Malen und Zeichnen intensiv ausgenützt. Durch Bekanntschaften mit anderen Studenten wurde auch noch etwas Goldschmiedekunst erlernt.
Im November 1931 Rückkehr nach Stuttgart.
1932 und 1933 Besuch der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Ludwig Habich
in Stuttgart.
Nach dem Studium gab es keine Verdienstmöglichkeiten.
Daher 1934 Unterstützung des Vaters beim Aufbau des Heimatmuseums für die Fildern in Möhringen. Dies wurde untergebracht im Spitalhof Möhringen, angeschlossen ein Fotoatelier mit eigener Fotowerkstatt.
1935 8-wöchige militärische Übung und danach 8-wöchiger Unterführerlehrgang.







1936 gab es dann einen Auftrag für ein Geländemodell und die graphische Darstellung eines Planes von der Beratungsstelle im Württembergischen Innenministerium.
Durch diese Arbeit kam es zur Festanstellung als Technischer Zeichner durch Oberbaurat Ziegler.
1937 Anmietung eines Ateliers mit Keramik-werkstatt in Stuttgart für Arbeiten und Aufträge.
Dieses wurde jedoch während des Krieges zerstört.
Am 28. August 1939 Einzug zum Militär.
1941 Kriegstrauung mit Gertrud Kraus.
August 1943 Geburt und Tod eines Sohnes.
1945 Gefangenschaft in Russland bis zur Rückkehr im Januar 1950. In dieser Zeit dort oftmals als Maler und Zeichner beschäftigt.
Im März 1950 kam es zur Wiederanstellung beim Regierungspräsidium Nordwürttemberg als Planungsarchitekt. Dabei ging es um das Erstellen von Bebauungsplänen und Geländemodellen.








Nebenbei zusätzliche private Aufträge von dem Kunsthaus Schaller und diversen anderen Firmen.
Z.B. Familienwappen, Ortswappen, Arbeiten in Kunstschrift, Urkunden, Einladungen, Exlibris und Plakate.
Private Nebentätigkeiten Zuhause waren: Holzschnitte von Neujahrskarten, selbstgemachte Glückwunschkarten, sowie Plakate, Bilder, Illustrationen.
Im März 1951 Geburt einer Tochter.
Im September 1954 Geburt einer zweiten Tochter.








In dieser Zeit entstanden dann zusätzlich künstlerisch-handwerkliche Arbeiten wie z.B. Marionetten für das Märchen Rumpelstilzchen, ein Kinderkaufladen,
ein Puppenschrank und Puppenwiege, Hülle für die Schiefertafel usw.
1954 Farbholzschnitte gefertigt für die Zeitschrift „Heimkehrer“.
Vorbereitende Arbeiten für eine Ausstellung mit Holzschnitten, Linolschnitten und Zeichnungen.
Das künstlerische Schaffen wurde durch mehrere Krankenhausaufenthalte und einer langen Rehazeit unterbrochen.
Am 15. Juni 1963 in Stuttgart-Möhringen verstorben.



